Public Enemies – 1920×800 reicht fürs Kino, Teil 1

Projekte wie Miami Vice und Collateral haben Michael Manns Reputation als Liebhaber der digitalen Aufnahmetechnik zementiert. Als er jedoch mit seinem Kameramann Dante Spinotti anfing über Public Enemies zu diskutieren war er zunächst geneigt auf 35mm zu produziern.

IIn unseren frühen Gesprächen sagte Michael mehrmals, daß er darüber nachdachte wieder zurück auf Film zu gehen, weil er sich urspünglich einen sehr klassischen look vorgestellt hatte. Wir haben einige Zeit damit verbracht das für und wider zu diskutieren/blockquote>

Spinotti hatte kürzlich HD Video für Deception und Flash of Genius benutzt. Kurz vor Public Enemies, haben Spinotti und Mann einn Werbeclip auf HD gedreht und dafür die Sony F23, eine 2/3″ 3-CCD 1920×1080 Kamera benutz, die 4:4:4 RGB oder 4:2:2 Y/Cb/Cr auf HDCam-SR Band aufzeichnet. Die Kamera hat ein 2/3″ Bayonet lund das SRW-1 Deck kann wie ein Film Magazin direkt auf die Kamera gesteckt werden.

Michael mag scharfe Bilder und er bevorzugt kleinere Sensoren, weil diese ihm eine größere Tiefenschärfe verschaffen, sagt Spinotti.

Für Public Enemies machte Spinotti Vergleichstests mit HD and Super 35mm. Er benutzte eine F23 und Kodak Vision3 500T 5219 iin der Film Kamera. Er stellte die beiden Kammeras Seite an Seite in den Hinterhof von Manns Büro und fing am frühen Nachmitag an Komparsen in Kostümen und Oldtimer zu drehen. Der Test dauerte bis in die Nacht hinein. Das digitale Material durchlief den üblichen Postproduction Prozess bei Stefan Sonnenfeld von Company 3. Das 35mm wurde nach 2k gescannt, farbkorrigiert und zurück auf Film ausbelichtet.
Sie entschieden sich den Film in 2.40:1 zu machen, was für das 1920×1080 F23 Material bedeuted, daß es auf 1920×800 beschnitten wurde.

Obwohl die Vorführkopien nur eine vertikale Auflösung knapp über dem “halben” FullHD TV Format hatten,
hatte kein Kritiker und kein Besucher jemas über die “grottenschlechte Auflösung” gejammert, wie man es in den Foren von HDTV Begeisterten oft zu hören bekommt.

Trotz des etwa 25%igen vertikalen Auflösungsverlustes “war das Material der F23 sehr, sehr scharf,” sagt Spinotti. “Es hatte nicht den vollen Farbumfang von Film, aber die Art wie die Sony auf die Shots in der Nacht ansprach war sehr interessant. digitale Kameras nehmen Dunkelheit ganz anders wahr als Film, da ist ein phantastische Elastizität, die auf Film nicht gegeben ist. Du kannst Gamma Kurven und Gain verändern und bekommst eine wirklich gute Kontrolle über die Bilder. Am Ende war es vor allem der Nacht-Look der F23, der uns bewog digital zu drehen. Dieser Film hat jede Menge Nacht Action undSchießerein in dunklen Straßen. Deshalb war die F23 mit ihrer Fähigkeit in dunkle Schatten zu sehen für uns die Waffe der Wahl.

Außerdem waren wir sicher, daß wir mit dem hyper-realistischen HD Look mehr Dynamik aus unserer Filmsprache herausholen konnten.

(Anmerkung: Einige VFX-Shots wurden trotzdem von Robert Staddauf 35mmm gedreht)

Eine Sache, die man mit Filmkameras nicht machen kann, aber mit Video sehr wohl ist mit einem 360 Grad Shutter zu arbeiten. Wir haben das in vielen Szenen gemacht.

Desweiteren haben wir sehr viel mit Zoom Linsen gearbeitet. Es gibt einige Zoom Optiken für Digital Kameras mit T2, die trotzdem kompakt genug für Handkamera Arbeit sind.
Das Paket, das wir von Fletcher Camera in Chicago gemietet hatten, beinhaltete 2 Sets Zeiss DigiPrime Optiken, aber Spinotti war so beeindruckt von den Möglichkeiten des Fujinon HAe10x10 10:1 (T1.8) Zoom daß es sein Lieblingsobjektiv wurde.

Seine Schärfe ist einfach unglaublich. Wenn ich Digital drehe, benutze ich nur sehr selten Festbrennweiten, weil die Digital Zoom Objektive so scharf sind. Wir hatten einige sehr komplizierte Hankamera Shots, bei denen wir der Gang in eine Action Sequenz folgten, auf Trittbretter von Autos sprangen und mitfuhren. Mit diesen Objektiven war das alles machbar.

Wir haben den größten Teil des Filmes auf drei F23sgedreht, außerdem hatten wir noch eine Sony F950 mit T950 Adapter und eine Sony EX1die wir für Shots im inneren der Autos und auch sonst, bei beengten Platzverhätnissen benutzt haben.
Zu unserer Überaschung waren die Bilder der verschiedenen Kameras kaum zu unterscheiden. Kleine Unterschiede in der Dynamik wurden in der Post ausgeglichen. Nach der Farbkorrektur wurde die Belichtung verbessert und das Rauschen vermindert – danach konnte man kaum noch sagen von welcher Kamera welcher Shot gemacht wurde.

Der DI Workflow für das Projekt sah folgendermaßen aus: 2K Auflösung, Scanning bei LaserPacific, digitales Grading bei Company 3 und Filmout bei EFilm. Die Vorführkopien wurden bei Technicolor gemacht.

Mann entschied sich bewusst für den Rec 709 (ITU-R BT.709) Farbraum.

Wir bevorzugen es im Video Farbraum zu drehen, so können wir schon von Anfang an sehen was wir am Ende bekommen. Der Monitor zeigt uns das fertige Bild, das erlaubt es uns das ganze System wasserdicht zu machen – keine Überraschungen. Wenn wir das schlussendliche Bild schon am Anfang sehen können, bedeted das, daß wir das Medium voll ausreizen können.

Dur das digitale Drehen waren wir in der Lage, viel mit dem echten und natürlichen Licht an unseren Locations zu arbeiten. So konnten wir einen gewissen Level von Realität behalten, der mit klassischer Hollywood Beleuchtung of verloren geht.
Die Atmosphäre eine echten Location ist im Studio kaum zu erreichen.
Die Wirkung “echter” Obeflächen, die Beziehung von Innen und Außen, und all die anderen physikalischen Details die eine visualle Echtheit sehr elegant darstellen.

Digital zu drehen, bedeutet Locations neu zu sehen.
Wenn du in ein echtes Gebäude kommst und du drehst auf Film hast du gewisse Regeln – zum Beispiel brauchst du eine Belichtung von mindestens T2.8 bei 500 ISO usw. Digital hast du mehr Freiheit mit dem zu arbeiten was wirklich da ist.

Demnächst Teil 2

Frank Glencairn

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s